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Kolumne | Kochbuch | Prof. Günter Koch
Gottfried Wilhelm Leibniz erfand und entwickelte 1685 eine Rechenmaschine, von deren Technologie er sich weit mehr versprach, als die vier Grundrechenarten. Bei seinem Arbeitgeber, dem Herzog Georg Ludwig von Hannover, deponierte er einen „Forschungsantrag“, dass wenn man ihm nur genügend Finanzmittel dafür gäbe, er ein „Kalkül zur Zukunftsberechnung“ mittels einer entsprechend konstruierten Rechenmaschine realisieren und so quasi die Zukunft vorausberechnen können würde. Leibniz‘ Optimismus war ein Epiphänomen der Aufklärung, in der Köpfe wie Galilei, Kepler, Descartes oder...
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Vom Saulus zum Paulus
Kolumne "Kochbuch"
In der vorletzten Ausgabe habe ich mich darüber mokiert, dass die EU-Kommission auf die Idee kam, ein eigenes europäisches Exzellenzinstitut nach dem Modell des MIT aufzugleisen. Mein Hauptargument war, dass solche Kopfgeburten aus dem politischen Raum so gut wie nie richtig funktioniert haben. Nun wurde ich vom Vorsitzenden des „Aufsichtsrats“ des EIT (M. Schuurmanns) aufgeklärt:
1) Die neue Fakultät, im Newspeak der Kommission als „Knowledge Intensive Community“ (KIC) bezeichnet, wird ein über Europa verteiltes Cluster der möglichst besten Einrichtungen und Forscher unserer D...
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Europa paradox
Kolumne "Kochbuch"
Die Feststellung ist banal, hat aber Konsequenzen: Wir haben keine nationale Politik in Sachen IKT. Und das, obgleich unsere Wirtschaft zu mindestens 70 Prozent davon abhängt und schließlich als eigener Wirtschaftszweig selbst zu 30 Prozent zur nationalen Wertschöpfung beiträgt.
Nichts beweist besser, dass IKT die dominanteste Querschnittstechnologie ist, als die Tatsache dass dieses Akronym in allen politischen Strategien und Programmen auftaucht oder beansprucht oder als Instrument eingesetzt wird. Weil die Nationalstaaten zur Frage der IKT-Zukunft – vielleicht mit Ausnahme von Finnla...
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Forschungspolitik nach Lieschen Müller
Kolumne "Kochbuch"
Der legendäre österreichische Bundeskanzler Kreisky fauchte einmal einen Journalisten an: „Lernen Sie Geschichte!“ Denn aus der Geschichte könne man fundamentale Erkenntnisse ziehen. Das Zitat kam mir kürzlich in Budapest bei einer Tagung des „European Institute of Technology“ (EIT) in den Sinn, bei der es um eine neue, netzwerkartige „Fakultät für Informatik“ ging. Leider kommen solche hochmütigen Projekte genau so zustande, wie Lieschen Müller sich das vorstellt: Im Fall des EIT war es der naive Einfall des Kommissionspräsidenten José Durao Barroso, das Kommissionsgebä...
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