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Zentrum für Interoperabilität
Beratung, Entwicklung und Wissens-Transfer
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© Fraunhofer FOKUS —
Im Zentrum für Interoperabilität verstehen sich Handy und TV-Gerät auf Knopfdruck.
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Innovationsgrad
Marktreife2010
Dass Geräte und Systeme weitgehend einwandfrei funktionieren, wenn sie auf den Markt kommen, darf vorausgesetzt werden. Geht es aber um deren möglichst reibungslose Zusammenarbeit, müssen Verbraucher wie Unternehmen in der Regel ein dickes Fragezeichen setzen. Das Problem liegt dabei nicht nur auf rein technischer Ebene. Auch semantische, organisatorische und rechtliche “Zahnräder“ müssen möglichst exakt ineinandergreifen. Am Zentrum für Interoperabilität ermöglicht Fraunhofer FOKUS deshalb die Entwicklung ganzheitlicher Interoperabilitätskonzepte.
Für den technischen Fortschritt in den meisten Branchen ist Interoperabilität fast ebenbürtig mit dem sagenhaften „Sesam öffne dich“. Sie ist die Grundlage dafür, dass Handys als Fernbedienung fürs Internet-TV fungieren, sich der Arzt per Telemedizin über den Gesundheitszustand seines Patienten informieren kann, Autos sich während der Fahrt gegenseitig vor Verkehrsgefahren warnen und dass die Bürger ihre Behördengänge online erledigen. Denn um all dies zu ermöglichen, müssen IT-Systeme der jeweils beteiligten Akteure und damit auch die Geräte und Anwendungen verschiedenster Hersteller nahtlos und fehlerfrei zusammen arbeiten. Das technische „Wie“ ist dabei allerdings bei weitem nicht die einzige Fragestellung, die es zu lösen gilt. Ebenso grundlegend sind organisatorische und rechtliche Fragen: Welche Daten und in welcher Form dürfen die Grenzen einer Behörde, einer Klinik oder eines Unternehmens verlassen? Wer trägt die Verantwortung dafür, dass der Dateninput für ein Sicherheitssystem fehlerfrei ist? Und natürlich spielt nicht nur in diesem Beispiel die Absicherung des Datenaustausches gegen Manipulation oder unberechtigtem Zugriff durch Dritte eine wichtige Rolle. Interoperabilitätskonzepte sollen zudem bei der Datenübertragung zwischen den beteiligten Systemen die semantische Ebene beachten. So muss unter anderem sichergestellt werden, dass relevante Informationen beim Austausch von Dokumenten zwischen verschiedenen Softwareumgebungen nicht verloren gehen oder missverständlich interpretiert werden.
Um Interoperabilitätskonzepte zu entwickeln, zu testen und unterschiedliche Lösungsstrategien zu demonstrieren, stehen am Fraunhofer FOKUS mehrere themen- und branchenspezifische Interoperabilitätslabore zur Verfügung. Sie dienen den Entwicklern sowohl als Werkstatt als auch als eine Art Schaufenster, in dem Interoperabilitätslösungen unter Verwendung von Geräten und Anwendungen verschiedenster Hersteller präsentiert werden können. Im eGovernment-Labor etwa werden Möglichkeiten zur transparenten, systemübergreifenden Vernetzung der öffentlichen Verwaltung untersucht und im eHealth-Labor elektronische Systeme für das Gesundheitswesen entwickelt, getestet und optimiert. Mit dem Themenkomplex sicheres, datenschutzgerechtes Identitätsmanagement innerhalb interoperabler IT-Strukturen beschäftigen sich die Forscher im Secure Identity-Lab. Und im Dokumenten-Interoperabilitäts-Labor werden Probleme beim Austausch von Dokumenten analysiert und die Weiterentwicklung beziehungsweise Standardisierung bestehender und neuer Formate vorangetrieben.
Alle Interoperabilitäts-Labore am Fraunhofer FOKUS sind seit Anfang 2011 im Zentrum für Interoperabilität zusammengefasst. Für Unternehmen und Behörden unterschiedlichster Branchen steht damit eine Anlaufstelle zur Verfügung, die alle Fragestellungen rund um die Thematik Interoperabilität bearbeiten kann. Neben der Beratung zu Fragen der Interoperabilität und Standardisierung werden Test- und Lösungsszenarien sowie Adaptoren und Testbeds entwickelt. Zudem werden Workshops, Schulungen sowie gemeinsame Marketingaktivitäten durchgeführt. Die Bündelung der Interoperabilitäts-Labore unter einem gemeinsamen Dach hilft Unternehmen und Institutionen dabei, von Erfahrungen und Lösungen über Branchengrenzen hinweg zu profitieren und konkrete Fragestellungen zur Interoperabilität aus der Praxis unter Berücksichtigung aller relevanten Betrachtungsebenen analysieren und lösen zu können.
Das Zentrum für Interoperabilität ist zusätzlich eine Plattform für die gemeinsame Arbeit von Systemherstellern und Systemnutzern an Interoperabilitätskonzepten für verschiedene Branchen. Hersteller von Geräten und Systemen spezifizieren beispielsweise gemeinsam mit den Experten von Fraunhofer FOKUS Standards. In enger Kooperation mit Softwareentwicklern und den zukünftigen Anwendern werden realitätsnahe Interoperabilitäts-Szenarien erarbeitet und demonstriert.
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