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Multi-Touch-Table erleichtert Teamarbeit
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© Fraunhofer IGD —
Forschungskooperation für den Schutz von Kulturgütern nutzt den Multi-Touch-Table von bene und Fraunhofer IGD
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Innovationsgrad
Marktreife2011
Großflächige Displays und eine intuitive Bedienung erweitern den Besprechungstisch zu einem multifunktionalen Arbeitsplatz: Über ein in die Fläche des Tisches eingelassenes Multi-Touch-Display können Planungs- und Entwicklerteams damit auch elektronische Originaldokumente nutzen, statt wie bisher den Umweg über einen Papierausdruck gehen zu müssen. Anmerkungen und Änderungen in den Dokumenten werden so unmittelbar umgesetzt und gespeichert. Und die Arbeitsergebnisse lassen sich live an einer in den Tisch integrierten Präsentationswand mitverfolgen.
Bitte zu Tisch! Der große Besprechungstisch als Meeting-Point ist aus der Arbeitswelt von Planungs- und Entwicklerteams nicht wegzudenken. Bauherren und Architekten breiten darauf ihre Pläne aus und diskutieren die verschiedenen Gestaltungsvarianten. Produktionsplaner und Maschinenbauer entwickeln gemeinsam die Fertigungsprozesse eines neuen Produkts. Designer vergleichen die ausgedruckten Bilder und technischen Grafiken eines neuen Fahrzeugs und wägen die Vor- und Nachteile verschiedener Designlösungen ab. Oder ein Agenturteam stellt die Fotoserien für eine Produktpräsentation zusammen. Die klassische Teamarbeit am Besprechungstisch hat aber auch Nachteile. Größtenteils sind diese nicht neu, etwa dass die Arbeitsergebnisse der Besprechung im Nachhinein noch in die einzelnen Dokumente eingearbeitet werden müssen und erst bei einem neuen Meeting am Besprechungstisch in Augenschein genommen werden können. Zusätzlich kommen heute aber neue Nachteile hinzu: Denn immer mehr Planungsdokumente lassen sich nicht mehr in Papierform auf dem Tisch ausbreiten. Das 3D-Computermodell eines Bauwerks, die Simulation von Prozessabläufen in der virtuellen Fabrik oder Multimediainhalte für Produktpräsentationen können nur am Bildschirm eines PCs oder über einen Beamer auf der Projektionswand angezeigt werden. Der Arbeitsfluss des Teams am Besprechungstisch muss daher immer öfter unterbrochen werden, was sowohl ein kreatives Brainstorming wie auch die effiziente Planungsarbeit erschwert. Dabei würden großflächige Displays und neue Multi-Touch-Bedienerkonzepte es möglich machen, den Besprechungstisch wieder zum zentralen Arbeitsort für Teammeetings zu machen. Zudem könnte durch eine direkte Nutzung elektronischer Dokumente die Planungsarbeit erheblich an Effizienz gewinnen.
Das Fraunhofer IGD hat deshalb zusammen mit dem Büromöbelhersteller Bene AG und dem Geschäftsbereich Visual Computing von Fraunhofer Austria in Graz einen multifunktionalen Meeting-Point für die Arbeit von Planungsteams entwickelt. Die Tischoberfläche besteht aus einem großen Multi-Touch-Display. Zusätzlich schließt direkt am Kopfende des Besprechungstisches eine sogenannte „Idea Wall“, ein senkrecht angebrachtes Präsentationsdisplay zur Anzeige von Mind-Maps, Dokumenten und Präsentationen, an. Bei einer Besprechung im Architekturbüro zum Beispiel liegen dann die Bauzeichnungen wie gewohnt auf dem Tisch bereit – allerdings nicht mehr als ausgedruckte Papierkopien, sondern direkt in ihrer digitalen Form. Für die Arbeit mit den Dokumenten werden keine weiteren Eingabegeräte benötigt: Mit Fingerberührungen und Handbewegungen lassen sich die einzelnen Pläne öffnen, vergrößern oder über den Tisch bewegen. Der Plan eines Gebäudes wird gleichzeitig auch zur Navigation für die 3D-Simulation des Bauvorhabens verwendet und die Computersimulation dazu auf dem senkrechten Großdisplay angezeigt. Mit Fingern kann nun innerhalb des Plans auf dem Tischdisplay der gewünschte Standort ausgewählt werden. Die Präsentation zeigt den virtuellen Blick auf das Gebäude von diesem Standort aus. Mit weiteren Fingerbewegungen „geht“ der Betrachter um das Gebäude herum oder bewegt sich durch Flure und Räume. Künftig könnte das System auch dazu genutzt werden, die Pläne direkt am Besprechungstisch zu verändern und die Auswirkungen sofort in der 3D-Simulation zu betrachten. Die Rolltreppe eines Einkaufszentrums könnte so nacheinander an verschiedenen Stellen platziert werden und anhand der Simulation sofort entschieden werden, mit welcher Variante ein Optimum für die Lenkung von Passantenströmen oder für die Einrichtung der Fluchtwege erreicht wird.
Mit dem multifunktionalen Meeting-Point wird der bisher von den Planungsteams genutzte Besprechungstisch nicht nur gleichwertig ersetzt, sondern er kann darüber hinaus vielfältige Funktionen bieten, die das kollaborative Arbeiten gezielt unterstützen. Die Möglichkeit, elektronische Dokumente gemeinsam im Team am Tisch zu bearbeiten und gleichzeitig die Visualisierung der Ergebnisse auf der Präsentationsfläche mitzuverfolgen, bringt für die unterschiedlichsten Teamaufgaben einen deutlichen Effizienzgewinn. Das gilt für den Einsatz bei der Planung von Gebäuden oder Fabrikanlagen ebenso wie bei der Entwicklung von Designstudien oder ganz allgemein für die Sichtung und Zuordnung von Arbeitsdokumenten. Hier werden die Querverbindungen zwischen den Dokumentdateien während der Besprechung am Tischdisplay für die weitere Arbeit der Teammitglieder sofort gespeichert, es können direkt in den Dokumenten Änderungen vorgenommen und Anmerkungen hinzugefügt werden.
Das Fraunhofer IGD, Fraunhofer Austria Visual Computing und Fraunhofer IDM@NTU in Singapur nutzen den multifunktionalen Meeting-Point auch als Ausgangspunkt, um neue Bedienerkonzepte für Touch-Systeme zu entwickeln. Beispielsweise werden dafür Eingabemuster, wie sie sich bei der Nutzung von Touch-Handys bereits etabliert haben, auf die Teamarbeit am Tischdisplay adaptiert. Die Forscher entwickeln und testen zudem neue Bedienweisen, mit denen sich möglichst viele unterschiedliche und auch komplexere Funktionen durch einfaches Berühren mit dem Finger steuern lassen.
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