„WIND“ warnt

Individuelles Wetterwarnsystem für Europa

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Monitor-Warnmeldung des Systems WIND

© Jens Nieth / MEV-Verlag — 

Jeder Kunde erhält mit WIND personalisierte Warnungen und Verhaltenshinweise nach seinen individuellen Bedürfnissen.

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Marktreife2011

18. April 2011 — 

Weltweite Umweltkatastrophen durch Überschwemmungen, Tornados, Gewitter und Starkschneefälle zeigen die Gefahr, die von der Natur ausgeht. Aber auch weniger dramatische Wetterereignisse wie Blitzeis auf Autobahnen, ein starkes Gewitter bei einer Wanderung in den Bergen oder überflutete Keller können gravierende Folgen haben. Das Projekt WIND (Weather Information on Demand) versorgt Menschen mit individualisierten Unwetterwarnungen auf das Mobiltelefon, als Fax oder via E-Mail. Seit 2003 wird der Service von den öffentlichen Versicherungen angeboten. Inzwischen zählt er mehrere hunderttausend Nutzer.

Wüssten die Menschen immer wo die nächste Gefahr lauert, könnten sie sich besser schützen. Tiere haben hier weit ausgeprägtere Sinne. Durch diverse Studien etwa der Biologin Rachel Grant ist nachgewiesen, dass sie vereinzelt die Fähigkeit entwickeln können, drohende Naturgewalten wie Lawinen, Erdbeben und Tsunamis zu spüren und sich in Sicherheit zu bringen. Der Mensch hingegen wird zumeist völlig ahnungslos von Umweltkatastrophen überrascht, was im schlimmsten Fall tödlich sein kann. Auch in Europa kommt es immer wieder zu größeren Katastrophen, wie Überschwemmungen und Waldbränden, und zu technischen Unfällen, wenn beispielsweise Fabriken explodieren oder Chemikalien in die Umwelt gelangen. Geeignete Frühwarnsysteme können dann Leben retten oder finanziellen Schaden an Häusern oder Fahrzeugen vermeiden helfen.

Eines der größten privaten Wetterwarnsysteme Europas WIND versorgt Bevölkerung, Einsatzkräfte und Industrie zeitnah mit zum Teil postleitzahlengenauen Unwetterwarnungen über individuell gewählte Medien wie Telefon, Fax oder E-Mail. Wichtige Einstellungen wie Unwetterart, Schweregrad der Warnung, Empfangsmedium, Aufenthaltsort des Nutzers sowie Zeitraum der Warnung werden flexibel an den spezifischen Bedarf einer einzelnen Person oder ganzer Nutzergruppen angepasst. So haben Autofahrer andere Warnbedürfnisse als Eigenheimbesitzer und müssen entsprechend auch unterschiedliche Vorkehrungen treffen, um gesundheitliche und finanzielle Schäden zu vermeiden.

Grundlage für WIND ist ein speziell entwickeltes Architekturkonzept für performante Frühwarnsysteme, das den Informationsbedarf von Nutzern in Aufträge strukturiert und mit speziellen Komponenten bearbeitet: Während der „Content Broker“ den jeweils geforderten Inhalt bereit stellt, bestimmt der „Locator“ den Aufenthaltsort des Betroffenen oder des zu überwachenden Objekts. Und ein „Timer“ koordiniert den je Adressaten „richtigen“ Zeitpunkt der Warnung. Über die Komponente „Presentation Producer“ werden alle Informationen den Endgeräten entsprechend aufbereitet und dem Nutzer zugestellt.

Die WIND zugrunde liegende informationslogistische Plattform ist generell für verschiedene Frühwarnsysteme geeignet. Da das System offen und flexibel gestaltet ist, lassen sich auch Inhalte anderer Content-Systeme orts- und zeitgerecht zustellen. Zudem ist die Integration und Nutzung ortungsfähiger Endgeräte problemlos realisierbar. Trotz des hohen Grads der Individualisierungsmöglichkeit bleibt das System hochleistungsfähig und kann für beliebige Nutzerzahlen einfach skaliert werden.

WIND wurde vom Fraunhofer-Institut für Software und Systemtechnik ISST entwickelt. Die Unwetterinformationen werden von Meteomedia unter anderem durch präzise radarbasierte Verfahren berechnet. Angeboten wird das System bereits von vielen Versicherungen und es kommen momentan monatlich circa 3.000 Neuanmeldungen hinzu. Das Fraunhofer ISST bietet Interessenten eine Reihe an Leistungen für die Implementierung maßgeschneiderter Warnsysteme an. Dazu gehören flexible Multi-Hazard- und Multi-Channel-Lösungen für den industriellen und öffentlichen Bereich, semantische Verknüpfungen von Inhalten mit Situations- und Aufgabenmodellen, Informationsmodelle über erkannte und prognostizierte Änderungen, Machbarkeits- Anforderungs- und Wirtschaftlichkeitsanalysen sowie Beratung bei der Konzeption und Realisierung von Frühwarnsystemen.

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