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Kolumne "Killers Applikation"
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Kolumne | Killers Applikation | Achim Killer
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Achim Killer
... kam als Quereinsteiger zur Informatik und hat ursprünglich Politologie, VWL und Philosophie in München studiert,
... war zwischenzeitlich Ressortleiter Technik und Stellvertretender Chefredakteur der Computer Zeitung,
... arbeitet als IT-Journalist seit 15 Jahren für den Bayerischen Rundfunk und andere ARD-Anstalten,
... publiziert wöchentlich die B5-Online-Nachrichten und „Achim Killers Rückblick auf die IT-Woche“ im Internet-Portal silicon.de© Killer
„Am Anfang war das Wort“, lesen wir beim Evangelisten Johannes (Kap.1, Vers 1). Und daraus können wir unschwer schließen, dass so ein Wort doch verdammt schnell sein muss, vor allem wenn’s gerade im Entstehen begriffen ist. Und weil’s im vorliegenden Magazin um F&E geht, kann man ja mal die Behauptung aufstellen, dass die Sprache so etwas wie die Schallmauer für Innovationen darstellt. So wie der Physiker Ernst Mach den Schall als Maßstab für die gewöhnliche Geschwindigkeit genommen hat. Es sind schließlich schon abwegigere Thesen in die Welt gesetzt und diskutiert worden.
Selbstverständlich ist die Umgangssprache gemeint. Luther, der die Sache mit dem schnellen Wort seinerzeit auf Deutsch aufgeschrieben hat, musste dazu auch erst einmal dem Volk aufs Maul schauen. Die Sprache wäre demnach eine zunächst unüberwindbar erscheinende Grenze für die Innovationsgeschwindigkeit: Kaum entwickelt jemand etwas, schon bringen es des Volkes Mäuler auf den – meist uncharmanten – Punkt. Ihre Personal Computer nannten die Leute anfangs DOSen, später Wintel-Maschinen. Und das Versprechen, Peripherie ohne Konfiguration anschließen zu können, trafen sie sprachlich viel besser – als der Werbeslogan „Plug&Play“ – mit dem hämischen „Plug&Pray“.
Ungleich hübscher als „Flash-basierter Massenspeicher mit Universal-Serial-Bus-Interface“ oder auch USB-Stick klingt doch „Datenzäpfchen“. Und worum es sich beim Alleinstellungsmerkmal der Apple-Handys handelt, hat erfasst, wer die Dinger „Jesus-Phone“ nennt.
Echt die Sprache verschlägt’s einem aber, wenn’s um Medientechnik geht. Was soll man denn dazu sagen – zu den aktuellen Geräten? – Stereoanlage? Das klingt, als wolle man mit einem Faustkeil einen Halbleiter dotieren. Selbst den modernen Enzyklopädisten fehlen die rechten Worte: In Wikipedia findet sich – ohne Anführungszeichen – der Begriff „mp3-Walkman“. Das klingt, als handele es sich um die Java-Implementierung einer Drehorgel.
Die gegenwärtige Musiktechnik kennt nur noch silberne Scheiben mit Löchern im Mikrometer-Maßstab. Aber die Umgangsprache hängt immer noch analogen, schwarzen Datenträgern mit Rillen an. Deswegen fällt einem meist nichts anderes ein, als von „Plattenkonzernen“ und von „Plattenverträgen“ zu reden.
Ja, man kommt da einfach nicht mehr mit, mit der neuen Medientechnik, rein sprachlich gesehen. Das zeigt, wie schnell die Entwicklung in diesem Bereich voranschreitet. Dieser Johannes hatte sicherlich recht damit, dass am Anfang das Wort war. Aber aus dem vorliegenden Magazin wird einem auch klar: In der Medientechnik ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen.
Achim Killer
... kam als Quereinsteiger zur Informatik und hat ursprünglich Politologie, VWL und Philosophie in München studiert,
... war zwischenzeitlich Ressortleiter Technik und Stellvertretender Chefredakteur der Computer Zeitung,
... arbeitet als IT-Journalist seit 15 Jahren für den Bayerischen Rundfunk und andere ARD-Anstalten,
... publiziert wöchentlich die B5-Online-Nachrichten und „Achim Killers Rückblick auf die IT-Woche“ im Internet-Portal silicon.de
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