KFz-Wartung mit der Wissens-Wolke

Lern- und Diensteplattform für KFz-Handwerker

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© T. Freyer | pixelio.de — 

Damit die Elektromobilität nicht nur ins Rollen kommt, sondern auch mobil bleibt, muss die ganze KFZ-Branche lernen, die neue Fahrzeugtechnik zu beherrschen.

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Marktreife2013

17. Oktober 2011 — 

Die Einführung von Elektrofahrzeugen ist längst nicht nur für die Autohersteller ein Epochenwechsel. Damit die E-Cars nicht nur ins Rollen kommen, sondern auch mobil bleiben, muss die ganze KFz-Branche lernen, die neue Fahrzeugtechnik zu beherrschen. Dies gilt im besonderen Maße auch für KFz-Handwerker. Für sie wird es gerade in den ersten Jahren der E-Mobility-Zeitrechnung wichtig sein, Know-how zu sammeln und sich mit Kollegen und Experten intensiv auszutauschen. Eine Wissens- und Dienste-Cloud könnte die Lern- und Qualifizierungsangebote dafür schnell und flächendeckend verfügbar machen.

Nur schnell die Winterreifen aufziehen, die abgefahrenen Bremsbeläge erneuern oder die regelmäßige Inspektion mit dem Ölwechsel: Routinearbeiten wie diese sind in einer Autowerkstatt schnell erledigt. Bei den Mechanikern in den Vertragswerkstätten der Autohersteller ebenso wie in den vielen freien KFz-Werkstätten sitzt dabei jeder Handgriff, um die Autos ihrer Kunden schnell und zuverlässig mobil zu halten. Mit dem Start in die Elektromobilität wird sich dies jedoch erst einmal ändern. Denn die Technik, der Aufbau und die Funktionsprinzipien der Elektrofahrzeuge unterschieden sich grundlegend von ihren benzin- und dieselbetriebenen Kollegen. Selbst um einfache Routinearbeiten wie das Wechseln der Reifen sicher durchführen zu können, müssen die KFz-Mechaniker die speziell bei Elektrofahrzeugen erforderlichen Vorgehensweisen beachten und den Umgang mit neuem Werkstatt-Equipment erlernen. So dürfen sie etwa elektrotechnische Arbeiten an den Hochvoltsystemen der E-Cars nur nach erfolgreicher Qualifizierung durchführen. Für die KFz-Handwerker ist der erfolgreiche Einstieg in die Elektromobilität daher erst einmal eine Frage der Weiterbildung. Und das in einem weit größeren Umfang als sie für die bisherige schrittweise Einführung neuer Technologien in den Fahrzeugen erforderlich war. Das größte Problem dabei ist die dafür zur Verfügung stehende Zeit: Damit der gerade anlaufende Roll-out der Elektromobilität nicht ins Stocken gerät, sondern die E-Cars auch nachhaltig mobil bleiben, müssen umfassende Weiterbildungsangebote schnell verfügbar sein. Gleichzeitig müssen ihre Inhalte mit dem derzeitigen hohen Innovationstempo im Bereich Elektromobilität Schritt halten.

Um die Möglichkeiten dafür zu schaffen, wird im Rahmen des vom Bundeministerium für Wirtschaft und Technologie geförderten Projekts „MEMO“ eine Plattform für mediengestützte Lern- und Kollaborationsdienste entwickelt und schrittweise aufgebaut. Ziel der Projektpartner ist es, auf einer Dienste-Cloud für Elektromobilität umfassende Fachinhalte, Lehr- und Lernmedien sowie Softwarelösungen für Erfahrungsaustausch oder Expertensupport zur Verfügung zu stellen. Das besondere dabei: Die einzelnen Dienste lassen sich nicht nur direkt über die Plattform der Cloud nutzen. Vor allem sollen sie sich in die Wissens- und Lernangebote von Bildungsanbietern, Berufsverbänden und Kammern, in Firmenportale und andere Internet-Dienstplattformen einbinden lassen. Umgekehrt ermöglicht die Dienste-Cloud die Bereitstellung von Inhalten, der in der Weiterbildung aktiven Akteure – vom einzelnen Dozenten und Bildungsträgern bis zu den Herstellern der Fahrzeuge oder einzelner Komponenten. Dabei kann jeder Lern- oder Informationsdienst mit einem individuellen Geschäftsmodell angeboten werden. Neben kostenfreien Lern- und Kooperationsdiensten sind also unterschiedliche Bezahlmodelle für die Nutzung der einzelnen Dienste möglich.

Die grundlegende Architektur der Dienste-Cloud für Elektromobilität entwickeln die Experten für Interactive Document Engineering am Fraunhofer IGD in Rostock zusammen mit den Projektpartnern. Unter anderem erarbeiten sie Basislösungen, die es ermöglichen, die verschiedensten Dienste so zu gestalten, dass sie problemlos in die diversen Plattformen von Bildungsanbietern und Unternehmen übernommen werden können. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung von „Shared Services“. Dazu zählen etwa Softwaredienste für die Visualisierung von Inhalten oder Möglichkeiten zur semantischen Suche nach geeigneten Angeboten zu einem speziellen Thema innerhalb der gesamten Dienste-Cloud. Zusätzlich entwickelt das Fraunhofer IGD intelligente Supportdienste für die Kommunikation mit Experten, Möglichkeiten zur proaktiven Bereitstellung von Informationen sowie Game-Dienste, mit denen sich Wissensinhalte und Arbeitsabläufe spielerisch erlernen und trainieren lassen.

Neben dem Fraunhofer IGD sind an der Entwicklung und dem Aufbau der Dienste-Cloud für Elektromobilität das Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis, der Content-Sharing-Anbieter Copendia, die Handwerks-Bildungsstätten der Kreishandwerkerschaft Coesfeld, der Service- und Technologieanbieter für Lernlösungen imc AG und als Projektkoordinator sowie Technologie- und Integrationspartner die PLANET IC beteiligt. Gemeinsam stellen die Projektpartner auf einem Referenzportal unter www.e-auto-dienste.de erste Beispieldienste vor. Für die weiteren Projektarbeiten bis Sommer 2013 werden sowohl die Funktionen der Cloud-Plattform selbst als auch die angebotenen Dienste schrittweise erweitert. Nach und nach wird damit eine umfassende Unterstützung für die Qualifizierung von Auszubildenden, Facharbeitern und KFz-Mechatronikern in Werkstätten, Zulieferbetrieben und bei den Automobilherstellern realisiert. Die auf dem Cloud-Portal angebotenen Dienste sollen dabei nach und nach alle Wissens- und Lernbereiche abdecken können.

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