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21. November 2008 — 

Unterm Strich:
253 Milliarden = Anzahl Minuten, an denen deutschlandweit in 2007 über Festnetz oder Handy telefoniert wurde
1 Milliarde = erwarteter Handyabsatz in 2009 weltweit
5 Milliarden = geschätzte Anzahl der Menschen, die im Jahr 2015 einen Mobilfunkanschluss besitzen
14 % = erwarteter Umsatzanteil der "mobilen Datendienste" am Gesamtergebnis der Mobilfunkanbieter 2008
5,7 Milliarden Euro = erwarteter Umsatz mit mobilen Datendiensten für 2012 (ohne SMS und MMS) in Deutschland

Zwischen den Deutschen funkt es. Allein im vergangenen Jahr telefonierten die Handybesitzer rund 70 Milliarden Minuten. Ein einzelner (dann wohl unglücklicher) Dauertelefonierer müsste dafür 130.000 Jahre am Stück sprechen oder zuhören. Rechnerisch ist jeder fünfte Deutsche bereits über mehr als eine Mobilfunknummer erreichbar: Bis zum Jahreswechsel wird es hierzulande fast 110 Millionen Mobilfunkanschlüsse geben. Zunehmend eng wird es im Luftraum der Funkzellen aber nicht nur wegen der Zunahme an Mobilfunknutzern.

Immer häufiger werden über das Handy E-Mail-Postfächer adressiert oder Seiten im World Wide Web angesurft. Andere nutzen die schnelle Luftschnittstelle zur Einwahl mit dem Laptop. Mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes machen die Mobilfunkbetreiber bereits mit den mobilen Datendiensten. Für die Kapazität ihrer Netze ist dies kurz- wie langfristig eine Herausforderung – unter anderem auch, weil die mobile Erweiterung der Unternehmens-IT, das Verschmelzen der Mobilgeräte mit dem Equipment im Büro, gerade erst begonnen hat, wie aktuelle Projekte der Fraunhofer-Institute HHI und IAO zeigen.

Die technische Möglichkeit, mit dem Handy auch Informationen aus dem Internet abzurufen, hat zwar bereits fast jeder dritte Deutsche über 14 Jahre in seinem Handy integriert. Den mobilen Internetzugang auch sinnvoll nutzen zu können, war und ist an einem normalen Mobiltelefonanschluss allerdings mehr ein Versprechen der Netzbetreiber als gelebte Realität. Die dabei verfügbaren Bandbreiten sind zu gering, um im Vergleich mit der gewohnten Online-Nutzung am PC zuhause oder im Büro auch nur annähernd mithalten zu können. Und doch hat die technische Revolution in den Mobilfunknetzen bereits stattgefunden. Und zwar nicht wie bei der UMTS-Einführung mit dem Aufbau einer völlig neuen Infrastruktur bei den Netzbetreibern und dafür notwendigen neuen Endgeräten bei den Kunden. Zumindest in den  Ballungsräumen quer durch Deutschland surfen Mobilfunknutzer mit einer ausgefeilten Technik inzwischen teils mit der siebenfachen Geschwindigkeit eines DSL-Basisanschlusses. Möglich werden die Übertragungsraten von bis zu 7,2 Mbit/s im Realbetrieb durch den Einsatz neuentwickelter  Übertragungsverfahren in den Basisstationen, die im Hintergrund dafür sorgen, dass die Kapazität der Mobilfunknetze wesentlich effizienter genutzt werden kann als bisher. HSDPA und HSUPA (High-Speed-Downlink-Packet-Access, High-Speed-Uplink-Packet-Access) nennen sich die Weiterentwicklungen, die auf der Infrastruktur der UMTS-Netze aufbauen. Ihr wesentlicher Vorteil: Es werden mathematisch ausgeklügelte Modelle eingesetzt, die den „Überblick“ über die einzelnen Datenpakete behalten, auch wenn in einer einzigen Funkzelle einer Großstadt gleichzeitig mehrere hundert Menschen miteinander telefonieren oder über die UMTS-Karte im Laptop Daten abrufen und versenden. Am Fraunhofer HHI entwickelte Algorithmen erfassen die Qualitätsschwankungen in den Funknetzen und „arbeiten“ mit ihrem „Wissen“: Die Qualität der Sendekanäle zwischen Handy und Basisstation verändert sich ständig, weil durch räumliche Gegebenheiten und Überlagerungen von Funksignalen immer wieder andere Ausgangvoraussetzungen für das Versenden eines Datenpakets geschaffen werden. Ein Steuerprogramm erkennt selbst nur kurzzeitig bestehende gute Empfangsbereiche und nutzt sie als temporäre Expressroute für den Datenaustausch. Dabei entscheiden die Algorithmen im Computer der Basisstation in Bruchteilen von Sekunden, welche Datenpakete zuerst weitergeleitet und welche mit Verzögerung bearbeitet werden. Eine optimale Auslastung der Übertragungskapazitäten im Netz wird unter anderem dadurch erreicht, dass die Funksignale von Telefongesprächen und einer Datenübertragung nicht mehr länger gleich behandelt werden. Da Sprache bereits bei Verzögerungen im Bereich von Millisekunden zerhackt wirkt, haben Telefonate im Datenverkehr Vorrang. Hohe Geschwindigkeiten beim mobilen Surfen dagegen werden durch das gezielte Ausnutzen der übrigen Sendekapazitäten erreicht. Die Zahl der Mobilfunkanschlüsse in den UMTS-Netzen wird bis Ende des Jahres auf knapp 18 Millionen anwachsen. Und in den nächsten vier Jahren, so die aktuellen Expertenschätzungen, wird der weit überwiegende Teil aller Handys in Deutschland bereits den schnellen Mobilfunkstandard nutzen. Die Folge wird eine erhebliche Zunahme der per Mobilfunk übertragenen Daten sein - von der E-Mail mit Bildanhang bis zum Videodownload. Trotz Aufrüstung der Handynetze mit Turbotechnologien wie HSDPA/HSUPA wird es daher dennoch wieder eng werden, vor allem im Luftraum der Mobilfunksender in den Ballungsräumen. Netzbetreiber und Technikentwickler weltweit bereiten daher bereits die längerfristige Einführung der nächsten Mobilfunkgeneration vor. Die wichtigsten Vorgaben dabei: Die künftigen Systeme sollen nicht erneut, wie bei der UMTS-Einführung, den Aufbau eines neuen Netzes aus Basisstationen notwendig machen, sondern auf der dann bestehenden Infrastruktur aufbauen. Weil auch die dann verwendeten Endgeräte abwärtskompatibel sein sollen, wird es möglich, das neue Netz schrittweise auszubauen und trotzdem einen Empfang zu garantieren. Basistechnologien für diesen möglicherweise erneuten Quantensprung im Mobilfunk, mit dem Übertragungsraten bis zu einem Gigabit pro Sekunde erreichbar werden könnten, sind ebenfalls mathematische Rechenmodelle und leistungsfähige Algorithmen auf den Computern der Basisstationen. Nur die Datenbasis, die sie zu ordnen und zu verwalten haben ist nochmals wesentlich komplexer als bei HSDPA/HSUPA im derzeitigen UMTS-Netz. Denn das Plus an Übertragungsgeschwindigkeit wird wesentlich dadurch erreicht, dass die Anzahl der Antennen an den Sendestationen und an den Mobilgeräten selbst erhöht wird. Unter Umständen werden Unternehmen aber auch beim Einsatz dieser Technik zurückhaltend sein, ihren Mitarbeitern den Mobilfunk für das Versenden und Empfangen von E-Mails oder den Zugriff auf Kunden- und Projektdaten zu empfehlen. Für die Anbindung der Vielzahl der am Markt verfügbaren Handys und Smartphones an die Firmen-IT fehlen bisher einheitliche Schnittstellen zur durchgängigen Absicherung sensibler Unternehmensdaten bei einem Zugriff von einem Mobilgerät. Bei vielen Geräten sind selbst mit zusätzlichen Softwareprogrammen elementare Sicherheitseinstellungen wie das Erzwingen eines Passwortschutzes nicht möglich. Doch auch bei den grundsätzlich business-tauglichen Mobilgeräten muss derzeit noch jedes einzelne Gerät für die Verbindung zur Unternehmens-IT per Hand angepasst und konfiguriert werden. Bei künftigen Generationen von Mobiltelefonen stellt daher nicht nur die Integration zusätzlicher Antennen für die neuen Mobilfunkstandards eine Herausforderung dar. Aufgabe der Entwickler wird es im Bereich der Zusatzfunktionalitäten auch sein, das Problem der Konvergenz zwischen stationärer IT-Infrastruktur und der Mobilkommunikation zu lösen.

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http://innovisions.de/beitraege/hier-werden-sie-verbunden/

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