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Government Mashups
Wie Verwaltungen den Überblick behalten
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© Fraunhofer FOKUS, Sittig —
Jens Klesmann und Louay Bassbouss präsentieren die Government Mashup-Technologie auf der CeBIT 2011 in Hannover.
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Innovationsgrad
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Durch Mashup-Technologien erhalten Bürger neue Möglichkeiten, ihre Stadt bei der Suche nach „Unorten“ zu unterstützen. Ähnlich wie bei kommerziellen Online-Anbietern, die standortbezogene Meldungen mit einer Landkarte verknüpfen, könnten Anwohner ihr Smartphone nutzen, um Schlaglöcher oder vermüllte Ecken zu melden. Die Informationen lassen sich dann zu einer Routenempfehlung für die Straßenmeisterei aufbereiten. Welche Potenziale eine solche Lösung bietet, demonstriert Fraunhofer FOKUS mit seinen Technologien MashWeb und Media Web Runtime sowie mit den notwendigen mobilen Anwendungen.
18 Kilometer: Das ist die Strecke, die ein „Straßenbegeher“ im Schnitt jeden Tag zurücklegen sollte, um die Straßen seiner Stadt oder seines Bezirks zu kontrollieren. Er braucht also gutes Schuhwerk, um Graffitis, defekte Laternen, kaputte Parkbänke und vor allem Schlaglöcher zu finden und zu melden. Allein das Berliner Straßennetz umfasst rund 6.000 Kilometer.
Dabei wäre es um ein Vielfaches einfacher (und kostengünstiger), wenn Bürger solche Verschmutzungen, Defekte oder Gefahren direkt an die jeweils zuständige Abteilung der Stadtverwaltung melden würden. Eine grundsätzliche Möglichkeit dafür testen die Forscher des Fraunhofer FOKUS: Durch den Einsatz mobiler Anwendungen im Smartphone und mit Hilfe von Mashup-Technologien können Hinweise der Bürger mit den Daten von Verwaltung und Wirtschaft zusammengeführt werden. Mashups ist eine Technologie zur Erstellung webbasierte Anwendungen, mit deren Hilfe Daten aus verschiedenen Quellen zu einer einzigen Lösung kombiniert werden können. So ist es zum Beispiel möglich, Fotos mit Karten aus Google Maps zu verknüpfen und das Ergebnis auf einer Webseite darzustellen. Die so generierten Meldungen bringen einen Mehrwert für beide Seiten: Bürger unterstützen das Gemeinwesen. Behörden treffen exakter und schneller informiert ihre Entscheidungen und haben nun die Möglichkeit, die betreffenden »Unorte« schneller und organisierter zu beseitigen.
Das Prinzip ist dabei mit dem Angebot von Panoramio (für Google Maps), Flickr oder Qype vergleichbar. Bereits seit Jahren veröffentlichen sie ihre Schnittstellen, damit User mithilfe einer standortbezogenen Meldung oder eines Fotos eine Landkarte durch individuelle, aber allgemein interessanten Informationen ergänzen. Ähnlich wie bei diesen Beispielen verfügen Mashups auch im Bereich der öffentlichen Verwaltung über ein enormes Potenzial, da sich natürlich auch hier interne und externe Daten schnell und kostengünstig verknüpfen lassen. Hinzu kommt, dass selbst Verwaltungsmitarbeiter ohne Programmierkenntnisse mit nur geringem Aufwand neue Mashups erstellen können, die sich immer wieder an wechselnde Anforderungen der Verwaltung anpassen lassen. Auf diese Weise könnte beispielsweise ein System angeboten werden, bei dem aktuelle Meldungen von Bürgern eine bereits vorhandene Karte mit Informationen über den Straßenzustand ergänzen, damit die zuständigen Abteilungen ihre Maßnahmen zeitnah und zielgerichtet organisieren können.
Eine der wesentlichen Voraussetzungen für den Einsatz von Mashups ist die Bereitstellung von Daten in einer zur Weiterverarbeitung geeigneten Form. Diese werden in der Regel neu strukturiert und passend aufbereitet. Allerdings müssen nicht nur technische Fragen geklärt werden. Als (teilweise tückische) Barrieren sind auch rechtliche Probleme / Anforderungen wie beispielsweise das Urheberrecht, die Informationsfreiheit oder der Daten- und Geheimnisschutz zu überwinden / meistern. Hinzu kommen organisatorische Themen, beispielsweise wie der Datenzugang gewährt werden kann oder wie aktuell die genutzten Daten sind.
Um Fragen wie diese zu klären, will das Fraunhofer FOKUS in dem Forschungsprojekt „Government Mashups“ alle nötigen Vorbedingungen analysieren, um Verwaltungen durch die Möglichkeiten von Mashups zu unterstützen. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Spezifikation der vereinheitlichten Programmschnittstellen (APIs). Denn sie schaffen die entscheidende Verbindung zwischen beispielsweise einem Ereignis und einer Karte.
Das Projekt verfolgt zusätzlich das Ziel, gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Verwaltung eine für den öffentlichen Sektor angepasste Mashup-Plattform bereitzustellen und eine entsprechende Architektur zu entwerfen. Auf diese Weise soll ein Prototyp entstehen, der die Möglichkeiten und Leistungsfähigkeit von Government Mashups demonstriert.
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