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Forschen für mehr Lebensqualität im Alter
Forschen für mehr Lebensqualität im Alter
Einsparmöglichen im Gesundheitssystem im zweistelligen Milliardenbereich prognostizierte das Bundesforschungsministerium (BMBF) anlässlich des zweiten deutschen Kongresses für Ambient Assisted Living (AAL). Möglich werden sollen diese Einsparungen durch technische Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben gesundheitlich eingeschränkter Personen (siehe auch das Schwerpunktthema unserer aktuellen Ausgabe) – ein Bereich, der nach Angaben des Ministeriums mit einer Forschungsförderung von 125 Millionen Euro über drei Jahre hinweg forciert wird. „Wir müssen zugleich aber auch vorrechnen, wie schnell sich Investitionen in solche Technologien lohnen“, argumentiere Ministerialdirigent Dr. Wolf-Dieter Lukas (BMBF). Wenn sich beispielsweise durch eine „mitdenkende Wohnumgebung“ ein Sturz vermeiden oder zumindest schnell erkennen lasse, könnten dadurch Operationen oder eine Erhöhung der Pflegestufe vermieden werden. Dabei gehe es wohlbemerkt nicht um die Ausstattung von Wohnungen für den „schwerstmöglichen Pflegefall“, sondern um die schrittweise, modulare Ergänzung bestehender Systeme.
Neben den Einsparpotenzialen im Gesundheits- und Pflegebereich sieht BMBF-Staatssekretär Thomas Rachel außerdem in AAL einen großen Nutzen für neue Berufsfelder sowie für den Export entsprechender Systeme für die ältere Bevölkerung weltweit. Um die Forschung, Kommerzialisierung und Kommunikation von AAL zu beschleunigen, hat das Ministerium eine so genannte Innovationspartnerschaft mit dem Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) ins Leben gerufen, deren Arbeitskreise sich vor allem mit den Fragen Innovationstransfer und Interoperabilität, Ausbildung und Geschäftsmodellen sowie mit einer Bestandsaufnahme bestehender Systeme und mit der strategischen Kommunikation von AAL in Deutschland beschäftigen. Dieses Netzwerk ist noch für weitere Partner offen.
Hintergrund der Förderinitiative ist der demografische Wandel, durch den die Zahl der Über-65-Jährigen von heute 17 Millionen auf etwa 23 Millionen im Jahr 2050 ansteigen soll. Nach Einschätzung des VDE nimmt Deutschland bei Assistenzsystemen international derzeit eine gute Wettbewerbsposition ein – von der Medizintechnik über die Elektrotechnik, Mikrosystemtechnik, Informations- und Kommunikationstechnik bis hin zur Logistik. Da es bei AAL vor allem um das intelligente Zusammenspiel all dieser Bereiche gehe, könne der Standort auch traditionelle Stärken wie die „Systemdenke“ deutscher Ingenieure nutzen. Ziel solcher Systeme sei allgemein eine verbesserte Lebensqualität und eine intensivere soziale Einbindung älterer und behinderter Menschen.
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