Firmendaten als „Map“ für unterwegs

Eine flexible und kostengünstige Plattform bietet kleineren Unternehmen künftig mehr Möglichkeiten zur virtuellen Teamarbeit

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Inno Visions 01-2010 Firmendaten als Map fuer Unterwegs Keyvisual

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Marktreife2010

26. Mai 2010 — 

Stuttgart, Fraunhofer IAO; Berlin Fraunhofer IPK –

Wer „klein“ ist, gilt als wendig und anpassungsfähig. So verfügen „kleinere“ und mittelständische Unternehmen über überschaubare Organisationsstrukturen, die es den Angestellten ermöglichen, eng und flexibel zusammenzuarbeiten. Weil Entscheidungen meist in firmeninternen Teams und auf dem kurzen Dienstweg getroffen werden, ist die Entscheidungsfindung schnell und zielgerichtet. Allerdings wächst durch die zunehmende Globalisierung der Märkte auch der Druck auf die Teams mit anderen KMU unternehmensübergreifend zusammenzuarbeiten und über regionale Grenzen hinaus zu kooperieren. Dieser Wandel eröffnet einerseits neue Chancen. Andererseits aber birgt er speziell für KMU die Gefahr, dass die bestehende Flexibilität, Agilität und Innovationsfähigkeit eingeschränkt wird. Um diese traditionelle Stärke von kleinen und mittelständischen Unternehmen zu erhalten, ist es deshalb wesentlich, Informations- und Kommunikationstechnologien einzusetzen, die zur mobilen Unterstützung der Zusammenarbeit in virtuellen, vernetzten Teams beitragen. Dies ist Ausgangspunkt für das Projekt „CoVES – Collaborative Virtual Engineering for SMEs“, das von der Europäischen Union gefördert wurde. Ziel von CoVES ist die Entwicklung einer flexiblen Plattform für die kollaborative virtuelle Produktentwicklung, die speziell auf die Bedürfnisse von KMU zugeschnitten ist. Die Plattform ermöglicht darüber hinaus den mobilen Zugang zu relevanten Daten und Applikationen. So können Mitglieder eines Projektteams oder innerhalb eines Unternehmensnetzwerks auch geografisch verteilt oder von unterwegs zusammenarbeiten. Genutzt wird dafür die Grundidee eines Mashup, also einer nahtlosen Kombination vorhandener Informationen zur Generierung neuer und aussagekräftiger Inhalte. Dabei können beispielsweise die Informationen einer Webseite in eine neue eingebunden werden – so wie es bei der Verknüpfung lokaler Informationen mit Google Maps üblich ist.

Um neue Vorgehensweisen und Methoden für effizientes mobiles Zusammenarbeiten zu entwickeln, wurden drei typische Anwendungen definiert: der „Manager auf Geschäftsreise“, die „Ingenieure vor Ort“, wenn sie bei einem Kunden oder Partner arbeiten, sowie eine generelle „virtuelle Teamzusammenarbeit“. Jedes dieser Szenarien wurde in einer offenen und erweiterbaren Kollaborationsplattform umgesetzt. Auf Basis des Mashup-Konzepts können nun unternehmensspezifische Applikationen wie PDM, ERP oder SCM oder auch Projektmanagement- und Kommunikationsdienste wie VoIP oder Chat mit geringem Aufwand in diese Plattform integriert werden. Die Teams verfügen damit über eine flexible Möglichkeit, alle wichtigen Informationen zu überblicken - auch wenn diese aus unterschiedlichen Quellen stammen.

Der in CoVES gewählte Ansatz, verschiedene digitale Inhalte über eine gemeinsame Benutzeroberfläche zusammenzuführen, bringt gegenüber serviceorientierten Architekturen (SOA), wie sie bisher eingesetzt werden, Vorteile. Denn bei SOA ist nicht nur eine intensive Kommunikation zwischen den einzelnen Servern nötig, was hohe Datenübertragungsraten zur Folge hat. Das Einrichten einer SOA ist auch deutlich komplizierter, weil die gewünschten Services einzeln programmiert und in die Plattform integriert werden müssen. Im Gegensatz dazu werden bei CoVES die Informationen nur auf der Ebene der Benutzeroberfläche mittels (einfacher) Web-Technologien vorgenommen. Abgesehen von der einmaligen Anmeldung ist danach also keine direkte Kommunikation zwischen den Datenservern notwendig. Kosten und Aufwand bei der Einführung in die industrielle Praxis werden entsprechend niedrig gehalten. Weil der Zugriff vor allem auf den Einsatz von Smartphones und Laptops ausgerichtet ist, besteht zudem die Möglichkeit Daten mobil zur Verfügung zu stellen. Gerade für KMU, deren Leitungs- und Entscheidungsträger viel reisen, bieten die entwickelten Applikationen damit eine Lösung, die außerhalb der Unternehmen einen schnellen und unkomplizierten Zugriff auf alle erforderlichen Informationen erlaubt.

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