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Einladung zum Fremdgehen
Mithilfe kleiner Applikationen wird es möglich, dass Nutzer einer Kooperationsplattform auf eine andere zugreifen

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Sankt Augustin, Fraunhofer FIT –
Haben Sie heute schon gemailt? Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben Sie zumindest ihren Posteingang bereits gecheckt. So wie das alle „eProfessionals“ tun. eProfessionals, das sind Mitarbeiter und Freiberufler, die ohne PC, Internet und insbesondere Mail nicht mehr arbeiten können. Mindestens 30 Mails am Tag bearbeitet jeder von ihnen durchschnittlich. Und dabei nutzen sie ihr Mailprogramm in der Regel zu deutlich mehr als nur dazu, Botschaften zu schreiben: Mails sind ein »Allroundmedium « geworden, um Bilder zu verschicken, Diskussionen zu führen oder die jeweils aktuellste Version eines Dokuments an den Verteiler zu senden. Dabei wäre es oft sinnvoller, nur einen Link zu einem lesenswerten Dokument zu mailen oder eine Diskussion in einem geschlossenen Forum zu führen. Einige Unternehmen umgehen das (zu häufige) Nutzen von E-Mails als reines „Transportmedium“ für Anhänge, in dem sie Kooperationsplattformen wie beispielsweise SharePoint, BSCW, SAP Netweaver, LiveLink oder PHP Nuke nutzen. Dort werden Dokumente und andere Daten in sicheren virtuellen Kooperationsräumen angelegt, so dass andere Mitarbeiter auf die gerade aktuellste Version eines Textes zugreifen können oder sich aus der Vielzahl von Material gezielt ein bestimmtes Bild für ihre Präsentation heraussuchen können. Zudem werden weitere Funktionen wie etwa Diskussionsmöglichkeiten und eine Verwaltung der unterschiedlichen Versionen eines Dokuments angeboten. Das birgt große Vorteile für die Teams – aber nur, solange ein- und dieselbe Kooperationsplattform genutzt wird. Werden aber unterschiedliche Systeme eingesetzt, kommt es zu einem Problem: Die Kooperationsplattformen „kooperieren“ nicht miteinander und es ist wenig realistisch, dass Nutzer einer Plattform auch den Umgang mit anderen Plattformen lernen wollen. Zumal derzeit rund 30 vergleichbare Plattformen angeboten werden. Die meisten Mitarbeiter werden in diesem Fall also wieder auf ihr Mailprogramm zurückgreifen.
In dem von der EU geförderte Projekt IP ECOSPACE wurden deshalb weiterführende Konzepte ausgearbeitet, um neue, kooperative Arbeitsmethoden für eProfessionals anzubieten. Dem „Internetarbeiter“ sollen Werkzeuge und Dienste an die Hand gegeben werden, mit denen er sich nach Bedarf virtuelle Kooperationsräume schnell und einfach einrichten kann, um dort Informationen beziehungsweise Dateien zu hinterlegen und ausgewählten Kollegen oder Geschäftspartnern den Zugang zu gewähren. Dabei sollte allerdings keine weitere Kooperationsplattform entwickelt werden. Vielmehr wurden Standards und Protokolle konzipiert, die es erlauben, dass die jeweils genutzten Systeme untereinander interoperabel werden. Ein Nutzer von BSCW etwa kann sich auf diese Weise (nach Eingabe von Benutzername und Passwort in sein eigenes System) auch Zugriff auf den gewünschten Kooperationsraum des anderen Systems verschaffen - sofern ihm der Zugang dafür gewährt wurde. Hier kann er dann die meisten Basisdienste ähnlich komfortabel nutzen als würde er sich innerhalb seiner eigenen Kooperationsplattform bewegen. Erste Prototypen der Applikationen sind für ausgewählte Kooperationsplattformen bereits verfügbar.
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