eBildung in Berlin

Sichere IT-Unterstützung für Berliner Schulen

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© Rainer Sturm / pixelio — 

Ganzheitlicher eGovernment-Ansatz macht Berliner Schulsystem in puncto IT-Unterstützung zum „Musterschüler"

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Marktreife2011

19. Juli 2011 — 

Aufbau und Management eines leistungsstarken Bildungssystems sind zentrale Aufgaben für Kommunen und Länder. Damit dies gelingt, ist eine umfassende IT-Unterstützung in jeder Schule und in den einzelnen Fachbehörden ebenso zwingende Voraussetzung wie die intensive Zusammenarbeit aller Akteure. Die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung konzipiert und realisiert deshalb eine eGovernment-Struktur, die einerseits effiziente Planungs- und Gestaltungsprozesse gewährleisten soll, während andererseits höchste Anforderungen an den Schutz der Bürgerdaten erfüllt bleiben.

Die für das nächste Schuljahr angemeldeten Schülerinnen und Schüler gut unterbringen, Klassenräume und Lehrer einteilen, Stundenpläne und Pädagogikkonzepte für die gesamte Schule erstellen und das für einen qualitativ hochwertigen Unterricht erforderliche Schulequipment bereithalten – bereits innerhalb jeder einzelnen Schule sind vielfältige Planungsaufgaben zu erfüllen. Mit der Organisation und Umsetzung eines leistungsfähigen und erfolgreichen Bildungssystems sind zusätzlich auf Bezirks- und Landesebene zahlreiche Fachabteilungen der Behörden involviert: So müssen etwa die Schülerzahlen der nächsten Jahre kontinuierlich und möglichst exakt prognostiziert, ausreichend viele und für die verschiedenen Schularten geeignete Lehrer eingestellt und Schulhäuser gebaut und in gutem Zustand erhalten werden. Allein im Land Berlin gibt es für die Klassenstufen eins bis sechs rund 365 Schulen mit über 7.000 Klassen und gut 152.000 Schülerinnen und Schülern. Um alle Planungs- und Gestaltungsaufgaben optimal zu erfüllen, benötigen die einzelnen Fachbehörden möglichst aktuell und regelmäßig verschiedenste Daten von den einzelnen Schulen, Kindertagesstätten, Meldeämtern, aus den Bezirken und dem Land Berlin. Letztere vor allem, um die demografischen Entwicklungen besser abschätzen zu können.

Bisher ist es in den jeweiligen Bundesländern notwendig, dass die einzelnen Fachabteilungen die erforderlichen Daten jedes Mal neu bei den jeweils zuständigen Dienststellen anfordern und die Informationen dann in ihr Planungssystem einpflegen. Damit verbunden ist jedoch nicht nur ein erheblicher Verwaltungsaufwand, der zu zeitlichen Verzögerungen führt und hohe Kosten verursacht. Gleichzeitig gibt es gute Gründe dafür, die Datenerhebung und -speicherung nicht zu zentralisieren, sondern bei den einzelnen Dienststellen zu belassen. Dass die detaillierten Daten des einzelnen Schülers zum Beispiel ausschließlich an seiner Schule gespeichert sind, ist ein Garant für einen transparenten und wirkungsvollen Datenschutz.

Um die Vorteile einer durchgängigen IT-Unterstützung im Bildungswesen dennoch nutzen zu können, baut die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung derzeit eine landesweite Kommunikations-Infrastruktur auf. Ziel dabei ist es zum einen, den Verwaltungsaufwand im gesamten Schulsystem des Landes zu minimieren und Arbeitsabläufe zu erleichtern. Zum anderen soll auch das weitere Nutzen bestehender Organisationsstrukturen und die Datensicherheit gewährleistet werden. In Zusammenarbeit mit den eGovernment-Experten des Fraunhofer ISST wurde im Projekt eGovernment@school nun eine für verschiedene Behörden verfügbare einheitliche Schülerdatei konzipiert und aufgebaut. Sie ist ein zentraler Bestandteil der laufenden Modernisierung des Berliner Schulsystems. Im neuen Berliner Schulgesetz wurde dazu explizit festgelegt, welche Daten die Schülerdatei umfasst und wer auf sie in welcher Form zugreifen darf. Grundlegend für das Konzept ist dabei der umfassende Schutz personenbezogener Informationen. Die detaillierten Schülerdaten werden deshalb wie bisher nur in den Schulen selbst gespeichert und verarbeitet. Neu ist dabei allerdings, dass alle Schulen gleichartig eingerichtete und administrierte Rechner verwenden, die über besonders hohe Sicherheitsstandards verfügen. Von den Schulen aus werden in die Schülerdatei nur die für die zentrale Planung erforderlichen Daten übermittelt. Da etwa für statistische Zwecke in der Regel kein Rückschluss auf die einzelne Person erforderlich ist, werden die Einzeldaten bereits vor dem Zugriff der berechtigten Stellen pseudonymisiert und aggregiert.

Um sicher zu stellen, dass die künftige IT-Unterstützung bei den Mitarbeitern der Schulen von vornherein auf große Akzeptanz stößt und das nun gewählte System den Anforderungen und Wünschen aller Akteure größtmöglich erfüllt, wurden die Fachbehörden und die einzelnen Schulen bereits in der Konzept- und Planungsphase mit eingebunden. So bereitet eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe beispielsweise die Auswahl und den Rollout einer neuen, einheitlichen Schulverwaltungssoftware für die Berliner Schulen vor.

Mit der Einführung einer einheitlichen Datenstruktur und einer einheitlichen Technik wurde im Land Berlin der Grundstein gelegt für die weitere technische und organisatorische Modernisierung der IT-Unterstützung des Bildungssystems durch eine leistungsfähige, integrierte IT-Architektur. Neben dem Bereich der eAdministation werden im Rahmen des Gesamtprojekts Konzepte und Lösungen für die Bereiche eEducation, eEvaluation und eService+Communication erarbeitet. Damit soll erreicht werden, dass die dabei entwickelten Strukturen und deren technische Umsetzung eng miteinander verzahnt werden. Gemeinsames Ziel dabei ist es, die Schulsituation und Bildungsqualität im Land Berlin nachhaltig zu verbessern. Damit neue Medien, Unterrichtsmaterialien und Computer von den Lehrern umfassender genutzt werden, erleichtert der Aufbau interoperabler IT Strukturen an den einzelnen Schulen die landesweite Kooperation von Lehrern und die Mehrfachverwendung entsprechender Angebote. Ebenso sollen durch den Ersatz der bisherigen Insellösungen durch das landesweite Bildungsnetzwerk die Qualitätskontrolle und die Evaluation von Bildungsangeboten erheblich beschleunigt und erleichtert werden. Künftig soll zudem der Kontakt mit den Eltern der Schülerinnen und Schüler der Berliner Schulen ausgebaut werden. Dazu werden etwa Konzepte für zielgruppengerechte Informationsvermittlung und Online-Services für Eltern für die Schulwahl oder für einen Schulwechsel bei einem Umzug entwickelt und erprobt.

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