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Die Bürger-Wolke
Marktplatz für eGovernment und Wirtschaft
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Sichere und vertrauenswürdige Cloud-Dienste ermöglichen neue Kooperationsformen zwischen öffentlicher Verwaltung und privater Wirtschaft
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Berlins Bürger und Bürgerinnen sollen künftig Online-Services von Behörden und Wirtschaft ebenso leicht finden als auch nutzen können. Ein auf Cloud-Technologien basierender Dienste-Marktplatz schafft die Voraussetzungen, um eGovernment und Unternehmensdienstleistungen kombinieren und anbieten zu können. Im Rahmen eines Pilot-Projekts werden kooperative Dienste von Wirtschaft und Verwaltung zunächst all denjenigen angeboten, die umziehen wollen.
Umzug in eine neue Stadt oder auch „nur" in ein neues Viertel: Der Transport von Möbel und Hausrat von einem Wohnsitz zum nächsten ist dafür ebenso unverzichtbar wie langwierige Internetrecherchen. Sie beginnen in der Regel bereits im Vorfeld, wenn es darum geht, eine geeignete Immobilie zu finden. Ist dann der neue Miet- oder Kaufvertrag unterzeichnet, stehen die Meldungen bei Stadt oder Gemeinde an, müssen Energieversorger, Versicherungen und Banken informiert werden, beginnt die Suche nach Krippenplatz, Kindergarten oder Schule und werden vor Ort Dienstleister oder Handwerker gebraucht, die Möbelspedition, der Elektriker, der Maler, der Bodenleger…
Das Internet ist dafür nicht nur wichtiges Informationsmedium. Immer mehr Dienste von Behörden und Unternehmen, die rund um einen Umzug benötigt werden, lassen sich über das Internet erledigen oder in Auftrag geben. Dies setzt allerdings voraus, dass es den Umziehenden zum einen gelingt, die einzelnen Online-Services der verschiedenen Behörden, Versicherungen und Banken auch zu finden. Und zum anderen brauchen sie die größtmögliche Gewähr, dass sie sich auf eine möglichst reibungslose Durchführung der angebotenen Services verlassen können.
Im Großraum Berlin soll ein integrierter Dienste-Marktplatz für Bürger, Wirtschaft und Verwaltung derartige Hürden künftig beseitigen (oder zumindest senken) und - quasi „nebenbei“ - kleineren und mittelständischen Unternehmen die Möglichkeit geben, neue Service-Angebote zu entwickeln. Im Rahmen des Trusted-Cloud-Projekts „goBerlin“ bauen das IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ), die Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport (SenInnSport), die Fraunhofer Institute FOKUS und ISST, die HSH Soft- und Hardware Vertriebs GmbH, die MY-HAMMER AG sowie die Siemens IT Solutions and Service GmbH eine gemeinsame Cloud-Plattform für öffentliche Leistungen und ergänzende gewerbliche Angebote auf. Am IT-Dienstleistungszentrum Berlin wird dafür eine vertrauenswürdige Cloud-Infrastruktur eingerichtet, die insbesondere die datenschutzrechtlichen Anforderungen des eGovernments sicher stellt. Für die Verwaltung wird es damit möglich, ihre eGovernment-Angebote, die bereits heute alle einschlägigen Anliegen von Bürgern und Unternehmen umfassen, flexibler bereitzustellen. Der Einsatz von Cloud-Technologien in der sicheren Umgebung des IT-Dienstleistungszentrums ist zudem ein wichtiger Beitrag, um die vorhandene Infrastruktur effizienter zu nutzen und Einsparungen bei den IT-Investitionen zu realisieren.
Das Kernziel des Projekts geht weit über die Entwicklung der gemeinsamen Cloud-Infrastruktur (Infrastructure-as-a-Service) für Verwaltung und gewerbliche Wirtschaft hinaus: Denn auf Basis dieser Infrastruktur soll eine technologische Plattform eingerichtet werden, die es Behörden und Unternehmen zusätzlich ermöglichen wird, sichere und vertrauenswürdige IT-Dienste bereitzustellen.
Der so entstehende Dienste-Marktplatz ermöglicht neue Formen der Kooperation zwischen Verwaltung und Unternehmen und bildet die Grundlage für neue Online-Services für die Bürger. Die auf dem Marktplatz verfügbaren IT-Dienste von Behörden und Unternehmen können von Anwendungsentwicklern zu neuen innovativen Apps für bestimmte Lebenslagen verknüpft werden. Dazu werden auf der „goBerlin“-Plattform Basiskomponenten und Werkzeuge bereitgestellt, die Anwendungsentwickler dabei unterstützen, beispielsweise die Interoperabilität zwischen verschiedenen Diensten zu gewährleisten oder die Nutzerdaten sicher zu verwalten. Die neu entwickelten Apps werden Bürgerinnen und Bürgern über ein Lebenslagen-Portal angeboten. Ziel dabei ist es, dem Bürger „auf einen Blick“ alle Anwendungen zusammenzustellen, die rund um eine Lebenslage relevant sind. Als erste Pilotanwendung wird in „goBerlin“ eine App für die Lebenslage „Umzug“ realisiert, die Verwaltungsprozesse der Ämter und ergänzende Angebote privatwirtschaftlicher Anbieter umfasst. Zum Beispiel ist es vorstellbar, dass neben der eigentlichen Ummeldung des Wohnsitzes Aufträge für Renovierungsarbeiten ausgeschrieben oder mit dem Bankbetreuer in der nächstgelegenen Filiale ein Termin vereinbart werden.
Neben der technischen Realisierung vertrauenswürdiger und sicherer IT-Dienste in einer Cloud-Umgebung werden im Rahmen des Projekts auch die damit verbundenen rechtlichen, betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Fragestellungen behandelt. Zudem erarbeiten die Projektpartner konkrete Lösungen und Handlungsempfehlungen, wie sich öffentliche IT-Dienstleister für privatwirtschaftliche Akteure öffnen und sich von reinen Infrastrukturanbietern zu Platform-as-a-Service oder Software-as-a-Service Dienstleistern weiterentwickeln können. Mit der Bereitstellung der „goBerlin“-Plattform soll auch eine verstärkte Kollaboration zwischen Wirtschaft und Verwaltung im Sinne des Open-Government-Gedankens gefördert werden. Mit „goBerlin“ werden auch die Ergebnisse der ISPRAT-Studie „Cloud Computing für die öffentliche Verwaltung“ in technische und organisatorische Praxislösungen überführt (siehe dazu auch InnoVisions Beitrag zu „Cloud Computing in der öffentlichen Verwaltung"). Das Projekt ist Sieger des bundesweiten „Trusted Cloud“-Wettbewerbs und wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert.
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