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Assistenzsysteme für mehr Komfort und Unabhängigkeit im Alter
Verbundprojekt SmartSenior verknüpft Telemedizin und altersgerechte Assistenzsysteme zu einer vielseitigen Dienste-Plattform
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Innovationsgrad
Marktreife2012
Jedes Jahr erleiden allein in Deutschland rund 200.000 Menschen einen Schlaganfall. Die Durchblutungsstörung im Gehirn ist eine der häufigsten Todesursachen in fast allen Regionen der westlichen Welt. Doch selbst, wenn der Schlaganfall einen weit weniger drastischen Ausgang nimmt: In der Regel hat er weitreichende Auswirkungen auf das Leben danach. Oftmals müssen ganz alltägliche Bewegungen von Händen, Armen und Beinen mühsam neu erlernt werden. Die vermeintlich „gute“ Nachricht dabei: Durch entsprechendes Training kann es gelingen, dass gesunde Bereiche des Gehirns Funktionen der durch den Schlaganfall ausgefallenen Hirnregionen übernehmen. Auf diese Weise lassen sich die Einschränkungen in der Motorik Schritt für Schritt wieder abbauen. Eine der Voraussetzungen dafür ist aber, dass die gemeinsam mit dem Physiotherapeuten erlernten Übungen über einen längeren Zeitraum häufig und richtig ausgeführt werden. Ein Telemedizindienst kann die Patienten bei ihrem häuslichen Training künftig nachhaltig unterstützen: Eingesetzt werden dafür verschiedene körpernahe und im Raum installierte Sensorsysteme. So können z.B. mit Hilfe der körpernahen Sensorik und einer zusätzlich laufenden Kamera die Bewegungen des Patienten erfasst werden. Parallel dazu werden die ermittelten Daten analysiert und anschließend an den behandelnden Therapeuten weitergeleitet. Werden bei der Auswertung der Bewegungen kritische Fehler festgestellt, würde der Therapeut eine Benachrichtigung sogar „live“ erhalten. Bei normal verlaufenden Trainingseinheiten könnte es auch genügen, Anzahl und Art der Übungen zu dokumentieren und zu überprüfen, ob die Bewegungen richtig ausgeführt wurden. Anhand der Auswertungen und der Kameraaufzeichnungen ist der Therapeut jederzeit und umfassendüber den Trainingsstand des Patienten informiert. In einer „Tele-Visite“, für die beispielsweise Telefon und Fernseher des Patienten genutzt werden, kann der Therapeut anschließend fehlerhafte Bewegungen (auch durch eine praktische Demonstration) korrigieren und den weiteren Trainingsverlauf illustrieren. Um Konzepte für telemedizinische Dienste wie diese Trainingsumgebung für die Schlaganfallrehabilitation (oder beispielsweise auch zur Sturzprophylaxe) unter realen Bedingungen testen zu können, wird am Fraunhofer FIRST in Berlin derzeit ein Ambient Assisted Living-Labor aufgebaut. Das Testlabor und die telemedizinischen Trainingsumgebungen sind ein Teilprojekt des vom Bundesforschungsministerium geförderten Forschungsverbunds „SmartSenior“. Ziel der Projektkooperation aus insgesamt 28 Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft unter Koordination der Deutschen Telekom Laboratories ist es, sowohl medizinische als auch nichtmedizinische Assistenzsysteme zu entwickeln, die Senioren und chronisch Kranken ein Leben in Selbstständigkeit und mit optimaler Versorgung ermöglichen. Neben (tele)medizinischen Anwendungen beschäftigt sich ein weiterer Themenschwerpunkt damit, wie Mobilität im Alter sicherer gemacht werden kann. Im Mittelpunkt stehen beispielsweise die Entwicklung einer Nothalte- Funktion im Auto oder Systeme, die über Körpersensoren auch unterwegs kontinuierlich Vitaldaten messen und auswerten können. Sie sollen ihrem Träger Sicherheit über seine augenblickliche Verfassung geben, ihn vor gefährlichen Veränderungen des Gesundheitszustandes frühzeitig warnen sowie im Notfall automatisch Hilfe anfordern und zum Aufenthaltsort der Person lotsen können. Der dritte Themenschwerpunkt im Verbundprojekt ist die Unterstützung von Senioren und chronisch Kranken in ihrem Wohnumfeld. Auch hier wollen die Forscher erreichen, dass über eine (weitgehend unsichtbare) Sensorik Notfälle zuverlässig erkannt werden und telemedizinische Dienste bei Bedarf den Bewohner mit Arzt oder Pflegedienst vernetzen. Elektronische Assistenzsysteme werden aber nicht nur für eine verbesserte medizinische Versorgung entwi-
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